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© Ralf Modes - 2020
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Der Pohlitzer Meteoritenfall Am 13. Oktober 1819 gegen 08:00 Uhr in der Früh fiel ein Meteorit vom Himmel und landete auf einem Feld in Pohlitz, nahe der Langenberger Flur. Dieses Ereignis sorgte zur damaligen Zeit für viel Aufsehen, auch über die Landesgrenzen hinaus. Hier nun ein paar Details dazu: Die Region Pohlitz / Langenberg lag an diesem Tag unter einem dichten Frühnebel. Pohlitzer Bauern arbeiteten auf ihren Feldern in der Nähe des Aufschlagortes. Dies waren der Gutsbesitzer Johann Gottlieb Rothe und der Pferdefrongutsbesitzer Hilbert. Sie berichteten über ein lautes Getöse, dann eine Art Kanonendonner und dann klatschte etwas auf den Boden. Das Pferd von Hilbert scheute, danach war gespenstige Ruhe. Sie konnten sich das nicht erklären und gingen schließlich ihrer Arbeit wieder nach. Es war ja nach wie vor sehr neblig. Auch im Dorf hatten viele Bewohner das Getöse vernommen, konnten es aber nicht deuten. Es war etwas Ungeheuerliches oder eine Strafe Gottes? Am nächsten Tag ging Bauer Rothe auf sein Feld, das an Hilberts Feld angrenzte. Da entdeckte er mittendrin aufgeworfene Erde, einen kleinen Krater von ca. 30cm Durchmesser und ca. 1m tief. Als er näher herantrat, sah er darin etwas Schwarzes, einen Stein. Hing das mit dem Geräusch vom Vortag zusammen? Alles wirkte auf ihn sehr unheimlich, und er erinnerte sich an das Gerede der alten Leute im Dorf. „…Teufelsspuk, Teufelswerk, …“ Rothe traute sich nicht, den Stein zu berühren. Er ging geradewegs zum Dorfschulzen Behr. Dieser hörte sich alles an, beruhigte Rothe und versprach, sich die Sache anzusehen. Unterwegs traf Behr den Jäger Jähnicke aus Roben und sprach mit ihm über das unverständliche Ereignis. An der Fundstelle angekommen, hob Behr den Stein aus dem kleinen Krater heraus und nahm ihn mit nach Hause, um ihn für Rothe aufzubewahren. Die Information zu diesem Ereignis verbreitete sich sehr schnell. Bereits am 15. Oktober 1819 erschien in der Geraischen Zeitung ein Artikel dazu. Dieser brachte viele naturwissenschaftlich Interessierte, Neugierige und auch fachkundige Mineraliensammler nach Pohlitz. Besonders interessiert war der Köstritzer Hofrat Dr. Schottin, der u. a. den Geraer „Hofcommissär“ Bornschein informierte und am 19. Oktober sogar einen Brief an Goethe nach Weimar schrieb. Darin bot er Goethe den Stein für dessen Mineraliensammlung an, was Goethe gern zu einem billigen Preis auch zusagte. Doch dazu kam es nicht. Mittlerweile wurde an dem Stein (Gewicht 3,5kg) herumgepickert und kleine Stücke abgeschlagen. Der Dorfschulze Behr hatte jedes Mal den Eigentümer Rothe um Erlaubnis gefragt. Der Jäger Jänicke erhielt ein kleines Stück ebenso Dr. Schottin. Ein etwas größeres Stück (ca. 0,5kg) wurde für den Geraer Kaufmann Laspe abgeschlagen. Laspe hatte erkannt, dass es sich bei dem Stein um einen Meteorstein handelt und hat sich von Rothe dafür das Vorkaufsrecht einräumen lassen. Mittlerweile hatte sich die Sache mit dem merkwürdigen Stein weiter herumgesprochen. Hofrat Thamerus schlug dem Konsistorium zu Gera vor, diesen Stein für die Schulsammlung des Geraer Gymnasiums zu erwerben. Dem wurde zugestimmt und so kaufte man den Stein, der noch 2,5kg wog, von Rothe für 100 Meißnische Gülden. Das Alles ging an Laspe vorbei, obwohl dieser das Vorkaufsrecht für den Stein hatte. Damit war ein Gerichtsstreit vorprogrammiert. Der Kaufmann Laspe klagte gegen Rothe und gegen das Geraer Gymnasium. Am 03. November 1819 kam es zu einer amtlichen Anhörung durch den Geraer Juristen Liebich. Der Prozess war lange Zeit in der Schwebe und wurde schließlich zu Ungunsten des Gutsbesitzers Rothe entschieden. Laspe einigte sich durch einen Vergleich mit dem Gymnasium dahingehend, dass er das abgeschlagene Stück von ca. 0,5kg unentgeltlich behalten konnte und das Gymnasium behielt das 2,5kg große Stück. Rothe erhielt nur ein kleines Stück. Der eigentliche Verlierer des Prozesses war der Bauer Rothe. Er musste die Gerichtskosten bezahlen und war den Stein los. Am Ende blieb ihm von dem Verkaufspreis des Steines kaum noch etwas übrig. Rothe ward danach sehr krank und starb frühzeitig. Einige Dorfbewohner sahen sich darin bestätigt, dass der Stein doch „Teufelszeug“ war. Nach diesen lokalen Turbulenzen um den Meteoriten zog erst einmal Ruhe ein. Um 1846 begann dann der weltweite Handel und Tausch mit Teilen des Steines. Eine Übersicht (Stand 2019) zu den heute noch vorhandenen Teilstücken finden Sie am Ende der Seite. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Stücke des Meteoriten in Summe mit ca. 2.130g in deutschen Museen und Universitäten und ca. 856,4g im Ausland befinden. Das bedeutet, dass noch in der heutigen Zeit ca. 3kg von den ursprünglichen 3,5kg des Pohlitzer Meteoriten vorhanden sind. Das ist bemerkenswert! Historisch gesehen, hat der Meteoritenfall von Pohlitz einen Beitrag zur schnelleren Entwicklung der Region von der einfachen Landwirtschaft ins Industriezeitalter geleistet. Details dazu finden Sie in der Broschüre: „Der Stein, der Pohlitz bekannt machte“ Bezugsmöglichkeit über www.heimatverein-bad-köstritz.de Warum steht aber nun in Pohlitz ein Goethe-Denkmal als Erinnerung an den Pohlitzer Meteoritenfall? Goethe wollte den Stein für seine Mineraliensammlung haben (Briefverkehr mit Dr. Schottin). Da dies aber nicht möglich war (Stein wurde an das Geraer Gymnasium verkauft), erhielt er von Dr. Schottin nur 3 kleine Bruchstücke. Diese befinden sich noch heute in seiner Mineraliensammlung in Weimar. Damit das historische Ereignis des Pohlitzer Meteoritenfalles nicht in Vergessenheit gerät, hat der Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Langenberg, dem Ortschaftsrat Pohlitz, den Pohlitzer Maibaumsetzern und dem Gestalter des Denkmals, Ulf Panndorf zum 200. Jahrestag des Meteoritenfalls diese Art der öffentlichen Erinnerung gewählt. Goethe war Bestandteil der Pohlitzer Geschichte. Das Denkmal zeigt ihn, wie sein eigentlicher Wunsch, den Meteorit in der Hand zu halten, ausgesehen haben könnte. Dabei finden Sie ein leichtes Lächeln in Goethes Gesicht. Schauen Sie doch mal genau hin! Wir hoffen, dass dieses Denkmal nachhaltig an das für Pohlitz wichtige Ereignis erinnert und bedanken uns für Ihr Interesse. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V. Nachtrag: Im Rahmen des 12. Deutschen Meteoriten Kolloquiums, das vom 12./ 13.Oktober 2019 in Gera tagte, haben Wissenschaftler und Experten weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum Pohlitzer Meteoriten ermittelt. Eine Edelgas-Analyse aus den 1980-er Jahren wurde ausgewertet und man konnte nachweisen, dass der Stein rund 4 Milliarden Jahre durch das All schwirrte und vor 500 Millionen Jahren durch einen ersten großen Zusammenprall im All und vor 45 Millionen Jahren durch einen zweiten Zusammenprall im All abgeschlagen wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der gefundene Stein mit 3,5kg auch nur ein Teilstück eines in die Atmosphäre der Erde gelangten Meteoriten von ca. 30 bis 40kg ist. Dieser ist kurz vor dem Aufprall auf die Erde explodiert. Das würde auch den beschriebenen lauten Knall erklären, der bis in die 40km entfernte Region um Jena wahrgenommen wurde. Daher kann man davon ausgehen, dass im Umkreis von 3km um die Fundstelle herum weitere Steinbrocken vom explodierten Meteorit liegen. Diese aber nach 200 Jahren zu finden, ist sehr unwahrscheinlich. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
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Der Pohlitzer Meteoritenfall Am 13. Oktober 1819 gegen 08:00 Uhr in der Früh fiel ein Meteorit vom Himmel und landete auf einem Feld in Pohlitz, nahe der Langenberger Flur. Dieses Ereignis sorgte zur damaligen Zeit für viel Aufsehen, auch über die Landesgrenzen hinaus. Hier nun ein paar Details dazu: Die Region Pohlitz / Langenberg lag an diesem Tag unter einem dichten Frühnebel. Pohlitzer Bauern arbeiteten auf ihren Feldern in der Nähe des Aufschlagortes. Dies waren der Gutsbesitzer Johann Gottlieb Rothe und der Pferdefrongutsbesitzer Hilbert. Sie berichteten über ein lautes Getöse, dann eine Art Kanonendonner und dann klatschte etwas auf den Boden. Das Pferd von Hilbert scheute, danach war gespenstige Ruhe. Sie konnten sich das nicht erklären und gingen schließlich ihrer Arbeit wieder nach. Es war ja nach wie vor sehr neblig. Auch im Dorf hatten viele Bewohner das Getöse vernommen, konnten es aber nicht deuten. Es war etwas Ungeheuerliches oder eine Strafe Gottes? Am nächsten Tag ging Bauer Rothe auf sein Feld, das an Hilberts Feld angrenzte. Da entdeckte er mittendrin aufgeworfene Erde, einen kleinen Krater von ca. 30cm Durchmesser und ca. 1m tief. Als er näher herantrat, sah er darin etwas Schwarzes, einen Stein. Hing das mit dem Geräusch vom Vortag zusammen? Alles wirkte auf ihn sehr unheimlich, und er erinnerte sich an das Gerede der alten Leute im Dorf. „…Teufelsspuk, Teufelswerk, …“ Rothe traute sich nicht, den Stein zu berühren. Er ging geradewegs zum Dorfschulzen Behr. Dieser hörte sich alles an, beruhigte Rothe und versprach, sich die Sache anzusehen. Unterwegs traf Behr den Jäger Jähnicke aus Roben und sprach mit ihm über das unverständliche Ereignis. An der Fundstelle angekommen, hob Behr den Stein aus dem kleinen Krater heraus und nahm ihn mit nach Hause, um ihn für Rothe aufzubewahren. Die Information zu diesem Ereignis verbreitete sich sehr schnell. Bereits am 15. Oktober 1819 erschien in der Geraischen Zeitung ein Artikel dazu. Dieser brachte viele naturwissenschaftlich Interessierte, Neugierige und auch fachkundige Mineraliensammler nach Pohlitz. Besonders interessiert war der Köstritzer Hofrat Dr. Schottin, der u. a. den Geraer „Hofcommissär“ Bornschein informierte und am 19. Oktober sogar einen Brief an Goethe nach Weimar schrieb. Darin bot er Goethe den Stein für dessen Mineraliensammlung an, was Goethe gern zu einem billigen Preis auch zusagte. Doch dazu kam es nicht. Mittlerweile wurde an dem Stein (Gewicht 3,5kg) herumgepickert und kleine Stücke abgeschlagen. Der Dorfschulze Behr hatte jedes Mal den Eigentümer Rothe um Erlaubnis gefragt. Der Jäger Jänicke erhielt ein kleines Stück ebenso Dr. Schottin. Ein etwas größeres Stück (ca. 0,5kg) wurde für den Geraer Kaufmann Laspe abgeschlagen. Laspe hatte erkannt, dass es sich bei dem Stein um einen Meteorstein handelt und hat sich von Rothe dafür das Vorkaufsrecht einräumen lassen. Mittlerweile hatte sich die Sache mit dem merkwürdigen Stein weiter herumge- sprochen. Hofrat Thamerus schlug dem Konsistorium zu Gera vor, diesen Stein für die Schulsammlung des Geraer Gymnasiums zu erwerben. Dem wurde zugestimmt und so kaufte man den Stein, der noch 2,5kg wog, von Rothe für 100 Meißnische Gülden. Das Alles ging an Laspe vorbei, obwohl dieser das Vorkaufsrecht für den Stein hatte. Damit war ein Gerichtsstreit vorprogrammiert. Der Kaufmann Laspe klagte gegen Rothe und gegen das Geraer Gymnasium. Am 03. November 1819 kam es zu einer amtlichen Anhörung durch den Geraer Juristen Liebich. Der Prozess war lange Zeit in der Schwebe und wurde schließlich zu Ungunsten des Gutsbesitzers Rothe entschieden. Laspe einigte sich durch einen Vergleich mit dem Gymnasium dahingehend, dass er das abgeschlagene Stück von ca. 0,5kg unentgeltlich behalten konnte und das Gymnasium behielt das 2,5kg große Stück. Rothe erhielt nur ein kleines Stück. Der eigentliche Verlierer des Prozesses war der Bauer Rothe. Er musste die Gerichtskosten bezahlen und war den Stein los. Am Ende blieb ihm von dem Verkaufspreis des Steines kaum noch etwas übrig. Rothe ward danach sehr krank und starb frühzeitig. Einige Dorfbewohner sahen sich darin bestätigt, dass der Stein doch „Teufelszeug“ war. Nach diesen lokalen Turbulenzen um den Meteoriten zog erst einmal Ruhe ein. Um 1846 begann dann der weltweite Handel und Tausch mit Teilen des Steines. Eine Übersicht (Stand 2019) zu den heute noch vorhandenen Teilstücken finden Sie am Ende der Seite. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Stücke des Meteoriten in Summe mit ca. 2.130g in deutschen Museen und Universitäten und ca. 856,4g im Ausland befinden. Das bedeutet, dass noch in der heutigen Zeit ca. 3kg von den ursprünglichen 3,5kg des Pohlitzer Meteoriten vorhanden sind. Das ist bemerkenswert! Historisch gesehen, hat der Meteoritenfall von Pohlitz einen Beitrag zur schnelleren Entwicklung der Region von der reinen Landwirtschaft zur industriegeprägten Wirtschaft geleistet. Details dazu finden Sie in der Broschüre: Der Stein, der Pohlitz bekannt machte“ Bezugsmöglichkeit: www.heimatverein-bad-köstritz.de Warum steht aber nun in Pohlitz ein Goethe-Denkmal als Erinnerung an den Pohlitzer Meteoritenfall? Goethe wollte den Stein für seine Mineraliensammlung haben (Briefverkehr mit Dr. Schottin). Da dies aber nicht möglich war (Stein wurde an das Geraer Gymnasium verkauft), erhielt er von Dr. Schottin nur 3 kleine Bruchstücke. Diese befinden sich noch heute in seiner Mineraliensammlung in Weimar. Damit das historische Ereignis des Pohlitzer Meteoritenfalles nicht in Vergessenheit gerät, hat der Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Langenberg, dem Ortschaftsrat Pohlitz, den Pohlitzer Maibaumsetzern und dem Gestalter des Denkmals, Ulf Panndorf, zum 200. Jahrestag des Meteoritenfalls diese Art der öffentlichen Erinnerung gewählt. Goethe war Bestandteil der Pohlitzer Geschichte. Das Denkmal zeigt ihn, wie sein eigentlicher Wunsch, den Meteorit in der Hand zu halten, ausgesehen haben könnte. Dabei finden Sie ein leichtes Lächeln in Goethes Gesicht. Schauen Sie doch mal genau hin! Wir hoffen, dass dieses Denkmal nachhaltig an das für Pohlitz wichtige Ereignis erinnert und bedanken uns für Ihr Interesse. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V. Nachtrag: Im Rahmen des 12. Deutschen Meteoriten Kolloquiums, das vom 12./ 13.Oktober 2019 in Gera tagte, haben Wissenschaftler und Experten weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum Pohlitzer Meteoriten ermittelt. Eine Edelgas-Analyse aus den 1980-er Jahren wurde ausgewertet und man konnte nachweisen, dass der Stein rund 4 Milliarden Jahre durch das All schwirrte und vor 500 Millionen Jahren durch einen ersten großen Zusammenprall im All und vor 45 Millionen Jahren durch einen zweiten Zusammenprall im All abge- schlagen wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der gefundene Stein mit 3,5kg auch nur ein Teilstück eines in die Atmosphäre der Erde gelangten Meteoriten von ca. 30 bis 40kg ist. Dieser ist kurz vor dem Aufprall auf die Erde explodiert. Das würde auch den beschriebenen lauten Knall erklären, der bis in die 40km entfernte Region um Jena wahrgenommen wurde. Daher kann man davon ausgehen, dass im Umkreis von 3km um die Fundstelle herum weitere Steinbrocken vom explodierten Meteorit liegen. Diese aber nach 200 Jahren zu finden, ist sehr unwahrscheinlich. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
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Der Pohlitzer Meteoritenfall Am 13. Oktober 1819 gegen 08:00 Uhr in der Früh fiel ein Meteorit vom Himmel und landete auf einem Feld in Pohlitz, nahe der Langenberger Flur. Dieses Ereignis sorgte zur damaligen Zeit für viel Aufsehen, auch über die Landesgrenzen hinaus. Hier nun ein paar Details dazu: Die Region Pohlitz / Langenberg lag an diesem Tag unter einem dichten Frühnebel. Pohlitzer Bauern arbeiteten auf ihren Feldern in der Nähe des Aufschlagortes. Dies waren der Gutsbesitzer Johann Gottlieb Rothe und der Pferdefrongutsbesitzer Hilbert. Sie berichteten über ein lautes Getöse, dann eine Art Kanonendonner und dann klatschte etwas auf den Boden. Das Pferd von Hilbert scheute, danach war gespenstige Ruhe. Sie konnten sich das nicht erklären und gingen schließlich ihrer Arbeit wieder nach. Es war ja nach wie vor sehr neblig. Auch im Dorf hatten viele Bewohner das Getöse vernommen, konnten es aber nicht deuten. Es war etwas Ungeheuerliches oder eine Strafe Gottes? Am nächsten Tag ging Bauer Rothe auf sein Feld, das an Hilberts Feld angrenzte. Da entdeckte er mittendrin aufgeworfene Erde, einen kleinen Krater von ca. 30cm Durchmesser und ca. 1m tief. Als er näher herantrat, sah er darin etwas Schwarzes, einen Stein. Hing das mit dem Geräusch vom Vortag zusammen? Alles wirkte auf ihn sehr unheimlich, und er erinnerte sich an das Gerede der alten Leute im Dorf. „…Teufelsspuk, Teufelswerk, …“ Rothe traute sich nicht, den Stein zu berühren. Er ging geradewegs zum Dorfschulzen Behr. Dieser hörte sich alles an, beruhigte Rothe und versprach, sich die Sache anzusehen. Unterwegs traf Behr den Jäger Jähnicke aus Roben und sprach mit ihm über das unverständliche Ereignis. An der Fundstelle angekommen, hob Behr den Stein aus dem kleinen Krater heraus und nahm ihn mit nach Hause, um ihn für Rothe aufzubewahren. Die Information zu diesem Ereignis verbreitete sich sehr schnell. Bereits am 15. Oktober 1819 erschien in der Geraischen Zeitung ein Artikel dazu. Dieser brachte viele naturwissenschaftlich Interessierte, Neugierige und auch fachkundige Mineraliensammler nach Pohlitz. Besonders interessiert war der Köstritzer Hofrat Dr. Schottin, der u. a. den Geraer „Hofcommissär“ Bornschein informierte und am 19. Oktober sogar einen Brief an Goethe nach Weimar schrieb. Darin bot er Goethe den Stein für dessen Mineraliensammlung an, was Goethe gern zu einem billigen Preis auch zusagte. Doch dazu kam es nicht. Mittlerweile wurde an dem Stein (Gewicht 3,5kg) herumgepickert und kleine Stücke abgeschlagen. Der Dorfschulze Behr hatte jedes Mal den Eigentümer Rothe um Erlaubnis gefragt. Der Jäger Jänicke erhielt ein kleines Stück ebenso Dr. Schottin. Ein etwas größeres Stück (ca. 0,5kg) wurde für den Geraer Kaufmann Laspe abgeschlagen. Laspe hatte erkannt, dass es sich bei dem Stein um einen Meteorstein handelt und hat sich von Rothe dafür das Vorkaufsrecht einräumen lassen. Mittlerweile hatte sich die Sache mit dem merkwürdigen Stein weiter herumgesprochen. Hofrat Thamerus schlug dem Konsistorium zu Gera vor, diesen Stein für die Schulsammlung des Geraer Gymnasiums zu erwerben. Dem wurde zugestimmt und so kaufte man den Stein, der noch 2,5kg wog, von Rothe für 100 Meißnische Gülden. Das Alles ging an Laspe vorbei, obwohl dieser das Vorkaufsrecht für den Stein hatte. Damit war ein Gerichtsstreit vorprogrammiert. Der Kaufmann Laspe klagte gegen Rothe und gegen das Geraer Gymnasium. Am 03. November 1819 kam es zu einer amtlichen Anhörung durch den Geraer Juristen Liebich. Der Prozess war lange Zeit in der Schwebe und wurde schließlich zu Ungunsten des Gutsbesitzers Rothe entschieden. Laspe einigte sich durch einen Vergleich mit dem Gymnasium dahingehend, dass er das abgeschlagene Stück von ca. 0,5kg unentgeltlich behalten konnte und das Gymnasium behielt das 2,5kg große Stück. Rothe erhielt nur ein kleines Stück. Der eigentliche Verlierer des Prozesses war der Bauer Rothe. Er musste die Gerichtskosten bezahlen und war den Stein los. Am Ende blieb ihm von dem Verkaufspreis des Steines kaum noch etwas übrig. Rothe ward danach sehr krank und starb frühzeitig. Einige Dorfbewohner sahen sich darin bestätigt, dass der Stein doch „Teufelszeug“ war. Nach diesen lokalen Turbulenzen um den Meteoriten zog erst einmal Ruhe ein. Um 1846 begann dann der weltweite Handel und Tausch mit Teilen des Steines. Eine Übersicht (Stand 2019) zu den heute noch vorhandenen Teilstücken finden Sie am Ende der Seite. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Stücke des Meteoriten in Summe mit ca. 2.130g in deutschen Museen und Universitäten und ca. 856,4g im Ausland befinden. Das bedeutet, dass noch in der heutigen Zeit ca. 3kg von den ursprünglichen 3,5kg des Pohlitzer Meteoriten vorhanden sind. Das ist bemerkenswert! Historisch gesehen, hat der Meteoritenfall von Pohlitz einen Beitrag zur schnelleren Entwicklung der Region von der einfachen Landwirtschaft ins Industriezeitalter geleistet. Details dazu finden Sie in der Broschüre: „Der Stein, der Pohlitz bekannt machte“ Bezugsmöglichkeit über: www.heimatverein-bad-köstritz.de Warum steht aber nun in Pohlitz ein Goethe-Denkmal als Erinnerung an den Pohlitzer Meteoritenfall? Goethe wollte den Stein für seine Mineraliensammlung haben (Briefverkehr mit Dr. Schottin). Da dies aber nicht möglich war (Stein wurde an das Geraer Gymnasium verkauft), erhielt er von Dr. Schottin nur 3 kleine Bruchstücke. Diese befinden sich noch heute in seiner Mineraliensammlung in Weimar. Damit das historische Ereignis des Pohlitzer Meteoritenfalles nicht in Vergessenheit gerät, hat der Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Langenberg, dem Ortschaftsrat Pohlitz, den Pohlitzer Maibaumsetzern und dem Gestalter des Denkmals, Ulf Panndorf, zum 200. Jahrestag des Meteoritenfalls diese Art der öffentlichen Erinnerung gewählt. Goethe war Bestandteil der Pohlitzer Geschichte. Das Denkmal zeigt ihn, wie sein eigentlicher Wunsch, den Meteorit in der Hand zu halten, ausgesehen haben könnte. Dabei finden Sie ein leichtes Lächeln in Goethes Gesicht. Schauen Sie doch mal genau hin! Wir hoffen, dass dieses Denkmal nachhaltig an das für Pohlitz wichtige Ereignis erinnert und bedanken uns für Ihr Interesse. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V. Nachtrag: Im Rahmen des 12. Deutschen Meteoriten Kolloquiums, das vom 12./ 13.Oktober 2019 in Gera tagte, haben Wissenschaftler und Experten weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum Pohlitzer Meteoriten ermittelt. Eine Edelgas-Analyse aus den 1980-er Jahren wurde ausgewertet und man konnte nachweisen, dass der Stein rund 4 Milliarden Jahre durch das All schwirrte und vor 500 Millionen Jahren durch einen ersten großen Zusammenprall im All und vor 45 Millionen Jahren durch einen zweiten Zusammenprall im All abgeschlagen wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der gefundene Stein mit 3,5kg auch nur ein Teilstück eines in die Atmosphäre der Erde gelangten Meteoriten von ca. 30 bis 40kg ist. Dieser ist kurz vor dem Aufprall auf die Erde explodiert. Das würde auch den beschriebenen lauten Knall erklären, der bis in die 40km entfernte Region um Jena wahrgenommen wurde. Daher kann man davon ausgehen, dass im Umkreis von 3km um die Fundstelle herum weitere Steinbrocken vom explodierten Meteorit liegen. Diese aber nach 200 Jahren zu finden, ist sehr unwahrscheinlich. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
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Am nächsten Tag ging Bauer Rothe auf sein Feld, das an Hilberts Feld angrenzte. Da entdeckte er mittendrin aufgeworfene Erde, einen kleinen Krater von ca. 30cm Durchmesser und ca. 1m tief. Als er näher herantrat, sah er darin etwas Schwarzes, einen Stein. Hing das mit dem Geräusch vom Vortag zusammen? Alles wirkte auf ihn sehr unheimlich, und er erinnerte sich an das Gerede der alten Leute im Dorf. „…Teufelsspuk, Teufelswerk, …“ Rothe traute sich nicht, den Stein zu berühren. Er ging geradewegs zum Dorfschulzen Behr. Dieser hörte sich alles an, beruhigte Rothe und versprach, sich die Sache anzusehen. Unterwegs traf Behr den Jäger Jähnicke aus Roben und sprach mit ihm über das unverständliche Ereignis. An der Fundstelle angekommen, hob Behr den Stein aus dem kleinen Krater heraus und nahm ihn mit nach Hause, um ihn für Rothe aufzubewahren. Die Information zu diesem Ereignis verbreitete sich sehr schnell. Bereits am 15. Oktober 1819 erschien in der Geraischen Zeitung ein Artikel dazu. 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Mittlerweile hatte sich die Sache mit dem merkwürdigen Stein weiter herumgesprochen. Hofrat Thamerus schlug dem Konsistorium zu Gera vor, diesen Stein für die Schulsammlung des Geraer Gymnasiums zu erwerben. Dem wurde zugestimmt und so kaufte man den Stein, der noch 2,5kg wog, von Rothe für 100 Meißnische Gülden. Das Alles ging an Laspe vorbei, obwohl dieser das Vorkaufsrecht für den Stein hatte. Damit war ein Gerichtsstreit vorprogrammiert. Der Kaufmann Laspe klagte gegen Rothe und gegen das Geraer Gymnasium. Am 03. November 1819 kam es zu einer amtlichen Anhörung durch den Geraer Juristen Liebich. Der Prozess war lange Zeit in der Schwebe und wurde schließlich zu Ungunsten des Gutsbesitzers Rothe entschieden. Laspe einigte sich durch einen Vergleich mit dem Gymnasium dahingehend, dass er das abgeschlagene Stück von ca. 0,5kg unentgeltlich behalten konnte und das Gymnasium behielt das 2,5kg große Stück. Rothe erhielt nur ein kleines Stück. Der eigentliche Verlierer des Prozesses war der Bauer Rothe. Er musste die Gerichtskosten bezahlen und war den Stein los. Am Ende blieb ihm von dem Verkaufspreis des Steines kaum noch etwas übrig. Rothe ward danach sehr krank und starb frühzeitig. Einige Dorfbewohner sahen sich darin bestätigt, dass der Stein doch „Teufelszeug“ war. Nach diesen lokalen Turbulenzen um den Meteoriten zog erst einmal Ruhe ein. Um 1846 begann dann der weltweite Handel und Tausch mit Teilen des Steines. Eine Übersicht (Stand 2019) zu den heute noch vorhandenen Teilstücken finden Sie am Ende der Seite. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Stücke des Meteoriten in Summe mit ca. 2.130g in deutschen Museen und Universitäten und ca. 856,4g im Ausland befinden. Das bedeutet, dass noch in der heutigen Zeit ca. 3kg von den ursprünglichen 3,5kg des Pohlitzer Meteoriten vorhanden sind. Das ist bemerkenswert! 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Damit das historische Ereignis des Pohlitzer Meteoritenfalles nicht in Vergessenheit gerät, hat der Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Langenberg, dem Ortschaftsrat Pohlitz, den Pohlitzer Maibaumsetzern und dem Gestalter des Denkmals, Ulf Panndorf zum 200. Jahrestag des Meteoritenfalls diese Art der öffentlichen Erinnerung gewählt. Goethe war Bestandteil der Pohlitzer Geschichte. Das Denkmal zeigt ihn, wie sein eigentlicher Wunsch, den Meteorit in der Hand zu halten, ausgesehen haben könnte. Dabei finden Sie ein leichtes Lächeln in Goethes Gesicht. Schauen Sie doch mal genau hin! Wir hoffen, dass dieses Denkmal nachhaltig an das für Pohlitz wichtige Ereignis erinnert und bedanken uns für Ihr Interesse. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V. Nachtrag: Im Rahmen des 12. Deutschen Meteoriten Kolloquiums, das vom 12./ 13.Oktober 2019 in Gera tagte, haben Wissenschaftler und Experten weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum Pohlitzer Meteoriten ermittelt. Eine Edelgas-Analyse aus den 1980-er Jahren wurde ausgewertet und man konnte nachweisen, dass der Stein rund 4 Milliarden Jahre durch das All schwirrte und vor 500 Millionen Jahren durch einen ersten großen Zusammenprall im All und vor 45 Millionen Jahren durch einen zweiten Zusammenprall im All abgeschlagen wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der gefundene Stein mit 3,5kg auch nur ein Teilstück eines in die Atmosphäre der Erde gelangten Meteoriten von ca. 30 bis 40kg ist. Dieser ist kurz vor dem Aufprall auf die Erde explodiert. Das würde auch den beschriebenen lauten Knall erklären, der bis in die 40km entfernte Region um Jena wahrgenommen wurde. Daher kann man davon ausgehen, dass im Umkreis von 3km um die Fundstelle herum weitere Steinbrocken vom explodierten Meteorit liegen. Diese aber nach 200 Jahren zu finden, ist sehr unwahrscheinlich. Ralf Modes Mitglied im Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
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