Herzlich Willkommen!
© Ralf Modes - 2021
Weitere Links:
zurück zurück
Zur Geschichte des Ortes: Ur- und frühgeschichtliche Funde lassen bereits den Schluss zu, dass in der Pohlitzer Flur zumindest seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit) eine Siedlung bestanden haben könnte. Besonders die aufgefundenen Bestattungen, die zu einer frühen Friedhofsanlage gehören dürften, stützen diese Annahme. Auch die in der Nähe des Dorfteiches erhaltene Bebauung könnte auf einen Anger als Siedlungskern hindeuten, der erst später entlang der Dorfstraße zum früheren Rittergut und darüber hinaus erweitert wurde. Heute ist die Dorfanlage in großen Teilen als Straßendorf anzusprechen. Erstmals wird der Ort dann am 23. Mai 1364 in einer Urkunde genannt. Mit diesem Rechtsakt wird das Haus Langenberg nebst Zubehör von den Vögten von Plauen an die Vögte von Gera verpfändet. Unter den zugehörigen Dörfern, die in der Urkunde aufgezählt werden, wird auch der Ort „Palicz“, das heutige Pohlitz erstmals schriftlich erwähnt. Territorial gehörte Pohlitz damit zum Gebiet der Vögte von Gera, deren Nachfolger später bis zur Beseitigung der Monarchien durch die Novemberrevolution das Fürstentum Reuß jüngere Linie (Reuß j.L.) wurde. Das kleine Rittergut war ursprünglich im Besitz der Vögte von Gera, die es 1479 an Caspar von Etzdorf verkauften. Von den Herren von Etzdorf gelangte es im 16. Jahrhundert an die Herren von Wolframsdorf und Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Ort Teil der Köstritzer Paragiatsherrschaft. Kirchlich gehörte Pohlitz bis zur Reformation als Filial zu Caaschwitz und wurde danach der Kirche in Langenberg unterstellt. Heute wird Pohlitz vom Pfarramt in Köstritz mit betreut. Nachweislich gab es seit 1568 eine Schule in Pohlitz. Über viele Jahrhunderte war der Ort ein Bauerndorf, die Einwohner verdienten ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich durch die Landwirtschaft. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts trat mit der Anbindung an die Eisenbahnlinie Gera Weißenfels (später Gera Zeitz Leipzig) und der Ansiedlung von Saline und chemischer Fabrik Heinrichshall eine Veränderung ein. In deren Gefolge nahmen zahlreiche Arbeiter, Handwerker und Angestellte ihren Wohnsitz in Pohlitz. Das Ortsbild und die sozialen Strukturen veränderten sich nachhaltig. Die Einwohnerzahlen waren lange Zeit relativ konstant und wurden Ende des 18. Jahrhunderts mit 170 in 29 Häusern (ohne Vorwerk, Kirche und Schule) angegeben. Um 1850 wird über den Ort geschrieben: „Das ganze Dorf besteht aus dem Rittergütchen, 12 Pferdegütern, 7 Handgütern, 12 Häuslern, 1 Gemeindehaus, 1 Hirtenhaus, aus der ehemaligen Försterwohnung und der Schulwohnung, also 36 Wohnhäusern, in welchen gegenwärtig 213 Personen wohnen“. G. Brückner berichtet 1871 in seiner Volks- und Landeskunde für das Fürstentum Reuß j.L., dass unter Einschluss von Bahnhof, Saline und chemischer Fabrik Pohlitz aus 3 Kommunalgebäuden und 41 Privathäusern mit 21 Scheunen besteht. Damals lebten hier in 71 Familien 345 Einwohner. Die Einwohnerzahlen entwickelten sich von 467 (1891) über 700 (1915), 730 (1926) bis zu 1063 (1939, einschließlich 140 Saarländer). Die Ortsflur hatte einen Flächeninhalt von ca. 380 ha. Wichtige Ereignisse aus der Ortsgeschichte waren vor allem die Heimsuchungen durch plündernde Soldaten während des 30jährigen Krieges. 1641 wütete die Pest im Ort. Am 22.03.1723 legte ein großes Feuer fast den ganzen Ort, einschließlich der Schule und der Kirche in Schutt und Asche. Weitere große Brände waren 1780, 1839, 1840 und 1843 zu verzeichnen. Weltweit wurde Pohlitz in naturwissenschaftlichen Kreisen durch den Meteoriten bekannt, der am 13.10.1819 auf dem Rothe´schen Feld einschlug. Selbst der Geheimrat Goethe interessierte sich für den Stein. Heute sind Teile des Meteoriten weltweit in großen naturwissenschaftlichen Sammlungen vertreten. Über die Organisation und die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten gibt erstmals ein im Jahr 1659 durch den Amtmann in Gera, Oswaldt Leupoldt ausgestellter Gemeindebrief Auskunft. Im Detail werden hier die Aufgaben des Gemeindeschulzen, die Rechnungslegung, das Gemeindebier, das Reinigen der Brunnen, der Puppenzins, die Feuerschau, die Nutzung des Baches oder der Gemeindewiesen geregelt. Erst mit dem Erlass einer neuen Gemeindeordnung im Fürstentum Reuß j.L. am 13.02. 1850 erfolgte eine grundsätzliche Neuordnung der rechtlichen Grundlagen. Nunmehr regelten neben dem Bürgermeister (Gemeindevorstand) eine gewählte Gemeindevertretung (Gemeinderat) alle kommunalpolitischen Angelegenheiten. 1861 wurden diese grundsätzlichen Bestimmungen durch ein Ortsstatut für die Gemeinde Pohlitz ergänzt. Am 01.09.1923 wurde die Gemeinde Pohlitz auf der Grundlage des Kreiseinteilungsgesetzes zwangsweise nach Bad Köstritz eingemeindet. Letztlich hatte diese Eingemeindung vorerst keinen längeren Bestand, denn bereits am 01.08.1924 wurde sie wieder rückgängig gemacht. Allerdings erfolgte ca. 20 Jahre später nach dem Ende des 2. Weltkrieges durch die amerikanische Besatzungsmacht das endgültige Ende der politischen Selbständigkeit. Durch Gesetz des Landes Thüringen wurde diese Eingemeindung 1946 rückwirkend zum 26.05.1945 endgültig bestätigt. Nach 1990 erhielt Pohlitz durch einen Ortschaftsrat und einen Ortsbürgermeister ein Mitbestimmungsrecht in Angelegenheiten des Köstritzer Stadtteils. Quelle: Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz, 2014 Der Ortsname und seine Deutung: Der Ortsname Pohlitz, 1364 als P a l i c z , 1393 als P o l i c z , P a l i c e und P o l i t z bezeugt, stammt entweder vom südslawischen p o l e = Feld, Ebene oder bezogen auf P a l i c z vom altslawischen p a l i t i = brennen, d.h. den Wald durch Abbrennen zum Schwinden bringen, ab. Pohlitz, im Volksmunde „Pulz“, gehörte mit weiteren Dörfern der Umgebung zu den alten Amts- und Küchendörfern der Herrschaft Gera, die seit der sorbischen Zeit, Spann- und Handfrone für die Landesherrschaft in Tinz, Gera und Ernsee zu leisten hatten. Pohlitz, das reußische Nizza, ist der wärmste Ort im früheren reußischen Unterlande, liegt am Ausgang des Borntales zur Elsteraue und steigt von der Elstertalsohle nach dem dortigen Weinberg sacht an. Der Kranz, der den Ort umgebenden Berge (bis 296 m) im Norden und Osten (Pöhle, Vieberg, Weinberg, Robener- und Pönigsberg) sowie die Talsohle im Westen und Süden machen die Lage des Ortes mild, gesund und angenehm. Der geologische Untergrund (Zechstein und Auelehm) aber tut ein Übriges zur günstigen Bodenkultur seiner Flur, seines Feld- und Obstbaues, der Kalkwerke und seiner stattlichen Gärtnereien. Quelle: E.P. Kretschmer, Gera - Aus vergangenen Tagen von Pohlitz und seiner nächsten Umgebung Heute ist Pohlitz ein schmuckes und aktives Dorf mit zeitgemäßer Infrastruktur und sehenswerter Natur. Besuchen Sie uns doch einmal, wenn Sie in der Nähe sind. Es gibt viele Wege, die nach Pohlitz führen.
Bildergalerie:
Weitere Details finden Sie in der Chronik: „Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz“
Chronik Pohlitz Chronik Pohlitz
Pohlitz (50.9385,12.0249 - 178m ü.NN) liegt östlich der Stadt Bad Köstritz, am Fluss „Weiße Elster“, am Fuß und Hang der Elsterauen (südlich exponierte Hänge).
Herzlich Willkommen!
Bildergalerie:
© Ralf Modes - 2021
Weitere Links:
zurück zurück
Zur Geschichte des Ortes: Ur- und frühgeschichtliche Funde lassen bereits den Schluss zu, dass in der Pohlitzer Flur zumindest seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit) eine Siedlung bestanden haben könnte. Besonders die aufge-fundenen Bestattungen, die zu einer frühen Friedhofsanlage gehören dürften, stützen diese Annahme. Auch die in der Nähe des Dorfteiches erhaltene Bebauung könnte auf einen Anger als Siedlungskern hindeuten, der erst später entlang der Dorfstraße zum früheren Rittergut und darüber hinaus erweitert wurde. Heute ist die Dorfanlage in großen Teilen als Straßendorf anzusprechen. Erstmals wird der Ort dann am 23. Mai 1364 in einer Urkunde genannt. Mit diesem Rechtsakt wird das Haus Langenberg nebst Zubehör von den Vögten von Plauen an die Vögte von Gera verpfändet. Unter den zugehörigen Dörfern, die in der Urkunde aufgezählt werden, wird auch der Ort „Palicz“, das heutige Pohlitz erstmals schriftlich erwähnt. Territorial gehörte Pohlitz damit zum Gebiet der Vögte von Gera, deren Nachfolger später bis zur Beseitigung der Monarchien durch die Novemberrevolution das Fürstentum Reuß jüngere Linie (Reuß j.L.) wurde. Das kleine Rittergut war ursprünglich im Besitz der Vögte von Gera, die es 1479 an Caspar von Etzdorf verkauften. Von den Herren von Etzdorf gelangte es im 16. Jahrhundert an die Herren von Wolframsdorf und Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Ort Teil der Köstritzer Paragiatsherrschaft. Kirchlich gehörte Pohlitz bis zur Reformation als Filial zu Caaschwitz und wurde danach der Kirche in Langenberg unterstellt. Heute wird Pohlitz vom Pfarramt in Köstritz mit betreut. Nachweislich gab es seit 1568 eine Schule in Pohlitz. Über viele Jahrhunderte war der Ort ein Bauerndorf, die Einwohner verdienten ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich durch die Landwirtschaft. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts trat mit der Anbindung an die Eisenbahnlinie Gera Weißenfels (später Gera Zeitz Leipzig) und der Ansiedlung von Saline und chemischer Fabrik Heinrichshall eine Veränderung ein. In deren Gefolge nahmen zahlreiche Arbeiter, Handwerker und Angestellte ihren Wohnsitz in Pohlitz. Das Ortsbild und die sozialen Strukturen veränderten sich nachhaltig. Die Einwohnerzahlen waren lange Zeit relativ konstant und wurden Ende des 18. Jahrhunderts mit 170 in 29 Häusern (ohne Vorwerk, Kirche und Schule) angegeben. Um 1850 wird über den Ort geschrieben: „Das ganze Dorf besteht aus dem Rittergütchen, 12 Pferdegütern, 7 Hand- gütern, 12 Häuslern, 1 Gemeindehaus, 1 Hirtenhaus, aus der ehemaligen Försterwohnung und der Schul-wohnung, also 36 Wohnhäusern, in welchen gegenwärtig 213 Personen wohnen“. G. Brückner berichtet 1871 in seiner Volks- und Landes-kunde für das Fürstentum Reuß j.L., dass unter Einschluss von Bahnhof, Saline und chemischer Fabrik Pohlitz aus 3 Kommunalgebäuden und 41 Privathäusern mit 21 Scheunen besteht. Damals lebten hier in 71 Familien 345 Einwohner. Die Einwohnerzahlen entwickelten sich von 467 (1891) über 700 (1915), 730 (1926) bis zu 1063 (1939, einschließlich 140 Saar-länder). Die Ortsflur hatte einen Flächeninhalt von ca. 380 ha. Wichtige Ereignisse aus der Ortsgeschichte waren vor allem die Heimsuchungen durch plündernde Soldaten während des 30jährigen Krieges. 1641 wütete die Pest im Ort. Am 22.03.1723 legte ein großes Feuer fast den ganzen Ort, einschließlich der Schule und der Kirche in Schutt und Asche. Weitere große Brände waren 1780, 1839, 1840 und 1843 zu verzeichnen. Weltweit wurde Pohlitz in naturwissenschaftlichen Kreisen durch den Meteoriten bekannt, der am 13.10.1819 auf dem Rothe´schen Feld einschlug. Selbst der Geheimrat Goethe interessierte sich für den Stein. Heute sind Teile des Meteoriten weltweit in großen naturwissenschaftlichen Sammlungen vertreten. Über die Organisation und die Verwaltung der Gemeindeange-legenheiten gibt erstmals ein im Jahr 1659 durch den Amtmann in Gera, Oswaldt Leupoldt ausge-stellter Gemeindebrief Auskunft. Im Detail werden hier die Aufgaben des Gemeindeschulzen, die Rechnungs- legung, das Gemeindebier, das Reinigen der Brunnen, der Puppenzins, die Feuerschau, die Nutzung des Baches oder der Gemeindewiesen geregelt. Erst mit dem Erlass einer neuen Gemeindeordnung im Fürstentum Reuß j.L. am 13.02. 1850 erfolgte eine grundsätzliche Neuordnung der rechtlichen Grundlagen. Nunmehr regelten neben dem Bürgermeister (Gemeindevorstand) eine gewählte Gemeindevertretung (Gemeinderat) alle kommunalpolitischen Angele-genheiten. 1861 wurden diese grundsätzlichen Bestimmungen durch ein Ortsstatut für die Gemeinde Pohlitz ergänzt. Am 01.09.1923 wurde die Gemeinde Pohlitz auf der Grundlage des Kreiseinteilungsgesetzes zwangsweise nach Bad Köstritz eingemeindet. Letztlich hatte diese Eingemeindung vorerst keinen längeren Bestand, denn bereits am 01.08.1924 wurde sie wieder rückgängig gemacht. Allerdings erfolgte ca. 20 Jahre später nach dem Ende des 2. Weltkrieges durch die ameri-kanische Besatzungsmacht das endgültige Ende der politischen Selbständigkeit. Durch Gesetz des Landes Thüringen wurde diese Eingemeindung 1946 rückwirkend zum 26.05.1945 endgültig bestätigt. Nach 1990 erhielt Pohlitz durch einen Ortschaftsrat und einen Ortsbürgermeister ein Mitbe-stimmungsrecht in Angelegenheiten des Köstritzer Stadtteils. Quelle: Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz, 2014 Der Ortsname und seine Deutung: Der Ortsname Pohlitz, 1364 als P a l i c z 1393 als P o l i c z , P a l i c e und P o l i t z bezeugt, stammt entweder vom südslawischen p o l e = Feld, Ebene oder bezogen auf P a l i c z vom altslawischen p a l i t i = brennen, d.h. den Wald durch Abbrennen zum Schwinden bringen, ab. Pohlitz, im Volksmunde „Pulz“, gehörte mit weiteren Dörfern der Umgebung zu den alten Amts- und Küchendörfern der Herrschaft Gera, die seit der sorbischen Zeit, Spann- und Handfrone für die Landesherrschaft in Tinz, Gera und Ernsee zu leisten hatten. Pohlitz, das reußische Nizza, ist der wärmste Ort im früheren reußischen Unterlande, liegt am Ausgang des Borntales zur Elsteraue und steigt von der Elstertalsohle nach dem dortigen Weinberg sacht an. Der Kranz, der den Ort umgebenden Berge (bis 296 m) im Norden und Osten (Pöhle, Vieberg, Weinberg, Robener- und Pönigsberg) sowie die Talsohle im Westen und Süden machen die Lage des Ortes mild, gesund und angenehm. Der geologische Untergrund (Zechstein und Auelehm) aber tut ein Übriges zur günstigen Bodenkultur seiner Flur, seines Feld- und Obstbaues, der Kalkwerke und seiner stattlichen Gärtnereien. Quelle: E.P. Kretschmer, Gera - Aus vergangenen Tagen von Pohlitz und seiner nächsten Umgebung Heute ist Pohlitz ein schmuckes und aktives Dorf mit zeitgemäßer Infrastruktur und sehenswerter Natur. Besuchen Sie uns doch einmal wenn Sie in der Nähe sind. Es gibt viele Wege, die nach Pohlitz führen.
Chronik Pohlitz Chronik Pohlitz
Weitere Details finden Sie in der Chronik: „Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz“
Pohlitz (50.9385,12.0249 - 178m ü.NN) liegt östlich der Stadt Bad Köstritz, am Fluss „Weiße Elster“, am Fuß und Hang der Elsterauen (südlich exponierte Hänge).
© Ralf Modes - 2021
Weitere Links:
Herzlich Willkommen!
zurück zurück
Zur Geschichte des Ortes: Ur- und frühgeschichtliche Funde lassen bereits den Schluss zu, dass in der Pohlitzer Flur zumindest seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit) eine Siedlung bestanden haben könnte. Besonders die aufgefundenen Bestattungen, die zu einer frühen Friedhofsanlage gehören dürften, stützen diese Annahme. Auch die in der Nähe des Dorfteiches erhaltene Bebauung könnte auf einen Anger als Siedlungskern hindeuten, der erst später entlang der Dorfstraße zum früheren Rittergut und darüber hinaus erweitert wurde. Heute ist die Dorfanlage in großen Teilen als Straßendorf anzusprechen. Erstmals wird der Ort dann am 23. Mai 1364 in einer Urkunde genannt. Mit diesem Rechtsakt wird das Haus Langenberg nebst Zubehör von den Vögten von Plauen an die Vögte von Gera verpfändet. Unter den zugehörigen Dörfern, die in der Urkunde aufgezählt werden, wird auch der Ort „Palicz“, das heutige Pohlitz erstmals schriftlich erwähnt. Territorial gehörte Pohlitz damit zum Gebiet der Vögte von Gera, deren Nachfolger später bis zur Beseitigung der Monarchien durch die Novemberrevolution das Fürstentum Reuß jüngere Linie (Reuß j.L.) wurde. Das kleine Rittergut war ursprünglich im Besitz der Vögte von Gera, die es 1479 an Caspar von Etzdorf verkauften. Von den Herren von Etzdorf gelangte es im 16. Jahrhundert an die Herren von Wolframsdorf und Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Ort Teil der Köstritzer Paragiatsherrschaft. Kirchlich gehörte Pohlitz bis zur Reformation als Filial zu Caaschwitz und wurde danach der Kirche in Langenberg unterstellt. Heute wird Pohlitz vom Pfarramt in Köstritz mit betreut. Nachweislich gab es seit 1568 eine Schule in Pohlitz. Über viele Jahrhunderte war der Ort ein Bauerndorf, die Einwohner verdienten ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich durch die Landwirtschaft. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts trat mit der Anbindung an die Eisenbahnlinie Gera Weißenfels (später Gera Zeitz Leipzig) und der Ansiedlung von Saline und chemischer Fabrik Heinrichshall eine Veränderung ein. In deren Gefolge nahmen zahlreiche Arbeiter, Handwerker und Angestellte ihren Wohnsitz in Pohlitz. Das Ortsbild und die sozialen Strukturen veränderten sich nachhaltig. Die Einwohnerzahlen waren lange Zeit relativ konstant und wurden Ende des 18. Jahrhunderts mit 170 in 29 Häusern (ohne Vorwerk, Kirche und Schule) angegeben. Um 1850 wird über den Ort geschrieben: „Das ganze Dorf besteht aus dem Rittergütchen, 12 Pferdegütern, 7 Handgütern, 12 Häuslern, 1 Gemeindehaus, 1 Hirtenhaus, aus der ehemaligen Försterwohnung und der Schulwohnung, also 36 Wohnhäusern, in welchen gegenwärtig 213 Personen wohnen“. G. Brückner berichtet 1871 in seiner Volks- und Landeskunde für das Fürstentum Reuß j.L., dass unter Einschluss von Bahnhof, Saline und chemischer Fabrik Pohlitz aus 3 Kommunalgebäuden und 41 Privathäusern mit 21 Scheunen besteht. Damals lebten hier in 71 Familien 345 Einwohner. Die Einwohnerzahlen entwickelten sich von 467 (1891) über 700 (1915), 730 (1926) bis zu 1063 (1939, einschließlich 140 Saarländer). Die Ortsflur hatte einen Flächeninhalt von ca. 380 ha. Wichtige Ereignisse aus der Ortsgeschichte waren vor allem die Heimsuchungen durch plündernde Soldaten während des 30jährigen Krieges. 1641 wütete die Pest im Ort. Am 22.03.1723 legte ein großes Feuer fast den ganzen Ort, einschließlich der Schule und der Kirche in Schutt und Asche. Weitere große Brände waren 1780, 1839, 1840 und 1843 zu verzeichnen. Weltweit wurde Pohlitz in naturwissenschaftlichen Kreisen durch den Meteoriten bekannt, der am 13.10.1819 auf dem Rothe´schen Feld einschlug. Selbst der Geheimrat Goethe interessierte sich für den Stein. Heute sind Teile des Meteoriten weltweit in großen naturwissenschaftlichen Sammlungen vertreten. Über die Organisation und die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten gibt erstmals ein im Jahr 1659 durch den Amtmann in Gera, Oswaldt Leupoldt ausgestellter Gemeindebrief Auskunft. Im Detail werden hier die Aufgaben des Gemeindeschulzen, die Rechnungslegung, das Gemeindebier, das Reinigen der Brunnen, der Puppenzins, die Feuerschau, die Nutzung des Baches oder der Gemeindewiesen geregelt. Erst mit dem Erlass einer neuen Gemeindeordnung im Fürstentum Reuß j.L. am 13.02. 1850 erfolgte eine grundsätzliche Neuordnung der rechtlichen Grundlagen. Nunmehr regelten neben dem Bürgermeister (Gemeindevorstand) eine gewählte Gemeindevertretung (Gemeinderat) alle kommunalpolitischen Angelegenheiten. 1861 wurden diese grundsätzlichen Bestimmungen durch ein Ortsstatut für die Gemeinde Pohlitz ergänzt. Am 01.09.1923 wurde die Gemeinde Pohlitz auf der Grundlage des Kreiseinteilungsgesetzes zwangsweise nach Bad Köstritz eingemeindet. Letztlich hatte diese Eingemeindung vorerst keinen längeren Bestand, denn bereits am 01.08.1924 wurde sie wieder rückgängig gemacht. Allerdings erfolgte ca. 20 Jahre später nach dem Ende des 2. Weltkrieges durch die amerikanische Besatzungsmacht das endgültige Ende der politischen Selbständigkeit. Durch Gesetz des Landes Thüringen wurde diese Eingemeindung 1946 rückwirkend zum 26.05.1945 endgültig bestätigt. Nach 1990 erhielt Pohlitz durch einen Ortschaftsrat und einen Ortsbürgermeister ein Mitbestimmungsrecht in Angelegenheiten des Köstritzer Stadtteils. Quelle: Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz, 2014 Der Ortsname und seine Deutung: Der Ortsname Pohlitz, 1364 als P a l i c z , 1393 als P o l i c z , P a l i c e und P o l i t z bezeugt, stammt entweder vom südslawischen p o l e = Feld, Ebene oder bezogen auf P a l i c z vom altslawischen p a l i t i = brennen, d.h. den Wald durch Abbrennen zum Schwinden bringen, ab. Pohlitz, im Volksmunde „Pulz“, gehörte mit weiteren Dörfern der Umgebung zu den alten Amts- und Küchendörfern der Herrschaft Gera, die seit der sorbischen Zeit, Spann- und Handfrone für die Landesherrschaft in Tinz, Gera und Ernsee zu leisten hatten. Pohlitz, das reußische Nizza, ist der wärmste Ort im früheren reußischen Unterlande, liegt am Ausgang des Borntales zur Elsteraue und steigt von der Elstertalsohle nach dem dortigen Weinberg sacht an. Der Kranz, der den Ort umgebenden Berge (bis 296 m) im Norden und Osten (Pöhle, Vieberg, Weinberg, Robener- und Pönigsberg) sowie die Talsohle im Westen und Süden machen die Lage des Ortes mild, gesund und angenehm. Der geologische Untergrund (Zechstein und Auelehm) aber tut ein Übriges zur günstigen Bodenkultur seiner Flur, seines Feld- und Obstbaues, der Kalkwerke und seiner stattlichen Gärtnereien. Quelle: E.P. Kretschmer, Gera - Aus vergangenen Tagen von Pohlitz und seiner nächsten Umgebung
Heute ist Pohlitz ein schmuckes und aktives Dorf mit zeitgemäßer Infrastruktur und sehenswerter Natur. Besuchen Sie uns doch einmal, wenn Sie in der Nähe sind. Es gibt viele Wege, die nach Pohlitz führen.
Bildergalerie:
Chronik Pohlitz Chronik Pohlitz
Weitere Details finden Sie in der Chronik: „Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz“
Pohlitz (50.9385,12.0249 - 178m ü.NN) liegt östlich der Stadt Bad Köstritz, am Fluss „Weiße Elster“, am Fuß und Hang der Elsterauen (südlich exponierte Hänge).
Bildergalerie:
© Ralf Modes - 2021
Herzlich Willkommen!
Weitere Links:
zurück zurück
Heute ist Pohlitz ein schmuckes und aktives Dorf mit zeitgemäßer Infrastruktur und sehenswerter Natur. Besuchen Sie uns doch einmal, wenn Sie in der Nähe sind. Es gibt viele Wege, die nach Pohlitz führen.
Chronik Pohlitz Chronik Pohlitz
Weitere Details finden Sie in der Chronik: „Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz“
Zur Geschichte des Ortes: Ur- und frühgeschichtliche Funde lassen bereits den Schluss zu, dass in der Pohlitzer Flur zumindest seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit) eine Siedlung bestanden haben könnte. Besonders die aufgefundenen Bestattungen, die zu einer frühen Friedhofsanlage gehören dürften, stützen diese Annahme. Auch die in der Nähe des Dorfteiches erhaltene Bebauung könnte auf einen Anger als Siedlungskern hindeuten, der erst später entlang der Dorfstraße zum früheren Rittergut und darüber hinaus erweitert wurde. Heute ist die Dorfanlage in großen Teilen als Straßendorf anzusprechen. Erstmals wird der Ort dann am 23. Mai 1364 in einer Urkunde genannt. Mit diesem Rechtsakt wird das Haus Langenberg nebst Zubehör von den Vögten von Plauen an die Vögte von Gera verpfändet. Unter den zugehörigen Dörfern, die in der Urkunde aufgezählt werden, wird auch der Ort „Palicz“, das heutige Pohlitz erstmals schriftlich erwähnt. Territorial gehörte Pohlitz damit zum Gebiet der Vögte von Gera, deren Nachfolger später bis zur Beseitigung der Monarchien durch die Novemberrevolution das Fürstentum Reuß jüngere Linie (Reuß j.L.) wurde. Das kleine Rittergut war ursprünglich im Besitz der Vögte von Gera, die es 1479 an Caspar von Etzdorf verkauften. Von den Herren von Etzdorf gelangte es im 16. Jahrhundert an die Herren von Wolframsdorf und Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Ort Teil der Köstritzer Paragiatsherrschaft. Kirchlich gehörte Pohlitz bis zur Reformation als Filial zu Caaschwitz und wurde danach der Kirche in Langenberg unterstellt. Heute wird Pohlitz vom Pfarramt in Köstritz mit betreut. Nachweislich gab es seit 1568 eine Schule in Pohlitz. Über viele Jahrhunderte war der Ort ein Bauerndorf, die Einwohner verdienten ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich durch die Landwirtschaft. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts trat mit der Anbindung an die Eisenbahnlinie Gera Weißenfels (später Gera Zeitz Leipzig) und der Ansiedlung von Saline und chemischer Fabrik Heinrichshall eine Veränderung ein. In deren Gefolge nahmen zahlreiche Arbeiter, Handwerker und Angestellte ihren Wohnsitz in Pohlitz. Das Ortsbild und die sozialen Strukturen veränderten sich nachhaltig. Die Einwohnerzahlen waren lange Zeit relativ konstant und wurden Ende des 18. Jahrhunderts mit 170 in 29 Häusern (ohne Vorwerk, Kirche und Schule) angegeben. Um 1850 wird über den Ort geschrieben: „Das ganze Dorf besteht aus dem Rittergütchen, 12 Pferdegütern, 7 Handgütern, 12 Häuslern, 1 Gemeindehaus, 1 Hirtenhaus, aus der ehemaligen Försterwohnung und der Schulwohnung, also 36 Wohnhäusern, in welchen gegenwärtig 213 Personen wohnen“. G. Brückner berichtet 1871 in seiner Volks- und Landeskunde für das Fürstentum Reuß j.L., dass unter Einschluss von Bahnhof, Saline und chemischer Fabrik Pohlitz aus 3 Kommunalgebäuden und 41 Privathäusern mit 21 Scheunen besteht. Damals lebten hier in 71 Familien 345 Einwohner. Die Einwohnerzahlen entwickelten sich von 467 (1891) über 700 (1915), 730 (1926) bis zu 1063 (1939, einschließlich 140 Saarländer). Die Ortsflur hatte einen Flächeninhalt von ca. 380 ha. Wichtige Ereignisse aus der Ortsgeschichte waren vor allem die Heimsuchungen durch plündernde Soldaten während des 30jährigen Krieges. 1641 wütete die Pest im Ort. Am 22.03.1723 legte ein großes Feuer fast den ganzen Ort, einschließlich der Schule und der Kirche in Schutt und Asche. Weitere große Brände waren 1780, 1839, 1840 und 1843 zu verzeichnen. Weltweit wurde Pohlitz in naturwissenschaftlichen Kreisen durch den Meteoriten bekannt, der am 13.10.1819 auf dem Rothe´schen Feld einschlug. Selbst der Geheimrat Goethe interessierte sich für den Stein. Heute sind Teile des Meteoriten weltweit in großen naturwissenschaftlichen Sammlungen vertreten. Über die Organisation und die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten gibt erstmals ein im Jahr 1659 durch den Amtmann in Gera, Oswaldt Leupoldt ausgestellter Gemeindebrief Auskunft. Im Detail werden hier die Aufgaben des Gemeindeschulzen, die Rechnungslegung, das Gemeindebier, das Reinigen der Brunnen, der Puppenzins, die Feuerschau, die Nutzung des Baches oder der Gemeindewiesen geregelt. Erst mit dem Erlass einer neuen Gemeindeordnung im Fürstentum Reuß j.L. am 13.02. 1850 erfolgte eine grundsätzliche Neuordnung der rechtlichen Grundlagen. Nunmehr regelten neben dem Bürgermeister (Gemeindevorstand) eine gewählte Gemeindevertretung (Gemeinderat) alle kommunalpolitischen Angelegenheiten. 1861 wurden diese grundsätzlichen Bestimmungen durch ein Ortsstatut für die Gemeinde Pohlitz ergänzt. Am 01.09.1923 wurde die Gemeinde Pohlitz auf der Grundlage des Kreiseinteilungsgesetzes zwangsweise nach Bad Köstritz eingemeindet. Letztlich hatte diese Eingemeindung vorerst keinen längeren Bestand, denn bereits am 01.08.1924 wurde sie wieder rückgängig gemacht. Allerdings erfolgte ca. 20 Jahre später nach dem Ende des 2. Weltkrieges durch die amerikanische Besatzungsmacht das endgültige Ende der politischen Selbständigkeit. Durch Gesetz des Landes Thüringen wurde diese Eingemeindung 1946 rückwirkend zum 26.05.1945 endgültig bestätigt. Nach 1990 erhielt Pohlitz durch einen Ortschaftsrat und einen Ortsbürgermeister ein Mitbestimmungsrecht in Angelegenheiten des Köstritzer Stadtteils. Quelle: Bausteine zur Ortsgeschichte von Pohlitz, 2014 Der Ortsname und seine Deutung: Der Ortsname Pohlitz, 1364 als P a l i c z , 1393 als P o l i c z , P a l i c e und P o l i t z bezeugt, stammt entweder vom südslawischen p o l e = Feld, Ebene oder bezogen auf P a l i c z vom altslawischen p a l i t i = brennen, d.h. den Wald durch Abbrennen zum Schwinden bringen, ab. Pohlitz, im Volksmunde „Pulz“, gehörte mit weiteren Dörfern der Umgebung zu den alten Amts- und Küchendörfern der Herrschaft Gera, die seit der sorbischen Zeit, Spann- und Handfrone für die Landesherrschaft in Tinz, Gera und Ernsee zu leisten hatten. Pohlitz, das reußische Nizza, ist der wärmste Ort im früheren reußischen Unterlande, liegt am Ausgang des Borntales zur Elsteraue und steigt von der Elstertalsohle nach dem dortigen Weinberg sacht an. Der Kranz, der den Ort umgebenden Berge (bis 296 m) im Norden und Osten (Pöhle, Vieberg, Weinberg, Robener- und Pönigsberg) sowie die Talsohle im Westen und Süden machen die Lage des Ortes mild, gesund und angenehm. Der geologische Untergrund (Zechstein und Auelehm) aber tut ein Übriges zur günstigen Bodenkultur seiner Flur, seines Feld- und Obstbaues, der Kalkwerke und seiner stattlichen Gärtnereien. Quelle: E.P. Kretschmer, Gera - Aus vergangenen Tagen von Pohlitz und seiner nächsten Umgebung
Pohlitz (50.9385,12.0249 - 178m ü.NN) liegt östlich der Stadt Bad Köstritz, am Fluss „Weiße Elster“, am Fuß und Hang der Elsterauen (südlich exponierte Hänge).